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Zehn Gründe, warum Unternehmen sich im Internet aktiv präsentieren müssen

Vor acht Jahren habe ich bei einem Internet-Workshop die Frage gestellt, ob Unternehmen im Internet aktiv sein müssten? Damals war die einhellige Ansicht des Auditoriums: Man sollte sich damit beschäftigen und Chancen evaluieren, ja, aber einen Zwang, nun unbedingt auch eine Internetseite zu haben, gab es nicht. Heute lautet meine Antwort: Ja, sie müssen. Das Internet ist zu einem normalen kommunikativen Bestandteil des Lebens geworden – und gehört somit in jedes vernünftige Marketing-Konzept integriert. Zehn Gründe im Detail:

1. Die Kunden sind bereits da

90% der Deutschen sind laut ITU (International Telecommunication Union) im Internet – also eigentlich alle. Und tatsächlich finden immer mehr Aspekte des täglichen Lebens auch oder z.T ausschließlich in der digitalen Welt statt (Google statt Gelbe Seiten, Online-Portale statt Versicherungsbüro, Produkt- und Servicebewertungsportale usw.). Keineswegs beschränkt sich dieser Wandel nur auf den B2C-Bereich, auch das B2B wickelt sich zunehmend über die persönlichen Kontakte im Internet ab – es war ja auch nie leichter als heute.

2. Alle Altersgruppen sind online

Waren es vor zehn Jahren noch eher die Youngster und Technik-Freaks, die sich im Netz tummelten, nutzen es heute mit Ausnahme der Säuglinge und Kleinkinder alle.  Laut TNS ist dabei die Hälfte der deutschen User in den Sozialen Netzwerken wie Xing, Facebook und Co. aktiv unterwegs. Somit eröffnen sich hier neue Formen des Marketings und der Werbung. Der neue VW Polo GTI beispielsweise soll komplett im Internet über die Plattform Facebook (mit ca. 9 Mio. Mitgliedern eine der größten Plattformen in Deutschland für soziales Netzwerken) eingeführt werden.

3. Das Internet ist Echtzeit-Kommunikation

Das heutige Internet ist nicht länger ein Sammelsurium von statischen Seiten und Online-Shops. Das Internet (heute auch als Web 2.0 bezeichnet) ist ein  Mitmach-Internet; von Micro-Nachrichtendiensten wie Twitter über soziale Netzwerke über Online-Zusammenarbeit bis hin zum Austausch über Produkt- und Servicequalitäten (z.B. Holidaycheck) – das Internet in seiner Nuancenbreitheit ist zu einem großen Resonanzkörper für die Gesellschaft worden. Das Internet ist für die Menschen heute Bestandteil des täglichen Lebens. Marketing und Kundenkommunikation darf diesen  Bereich nicht vernachlässigen, sondern muss sich ihm aktiv widmen, ihn aktiv integrieren. Denn: Über Unternehmen wird im Internet gesprochen – so oder so, denn noch nie war das so einfach. Für das Marken- und Firmen-Image  bedeutet dies: Aktive Teilnahme am Geschehen ist Pflicht.

4. Vergleichen im Markt ist so simpel wie nie

Und zwar sowohl für die Kunden als auch für Unternehmer. Dies erfordert vor allem auf Seiten der Unternehmer den Abschied von althergebrachten Marktgebaren und Werbemethoden. Der Kunde ist nur einen Klick von der Konkurrenz entfernt. Wenn ein Unternehmen gar nicht im Internet ist, ist es eigentlich schon so gut wie vom Markt. Denn: Die Internetbenutzer bedienen sich bei der Informations- und Preisrecherche zunehmend zuerst der Online-Möglichkeiten (ich “google” das mal). Preisrecherchen, Produktbewertungen etc. via Internet sind heute der Standard. Gleichzeitig war es für Unternehmer noch nie leichter, sich über ihre Konkurrenz im Markt zu informieren und aus den Erkenntnissen eigene Wettbewerbsvorteile zu erzeugen. Was macht eigentlich Wettbewerber xy? Wie sieht sein Marketing aus? Wo ist er schlecht, wo gut? Wie gehen andere Branchen in den Online-Medien vor? Usw. usw.

5. Neue Wege werden möglich

Ein inzwischen wirkliches Problem für die Kalt-Akquise beispielsweise sind die rechtlichen Beschränkungen. Ohne Zustimmung des potentiellen Kunden dürfen Sie ihm eigentlich keine Mail schicken und nicht anrufen. Andere Formen der Akquise (Flyer, Infobrief etc.) sind kapitalintensiv - und bezüglich des Return-On-Investment mindestens fragwürdig. Letztlich basieren diese klassischen Marketingformen auf dem Prinzip des “mit-dem-Gewehr auf den Mückenschwarm schießen (und hoffen, dass man zwei, drei Mücken trifft). Hier bietet  das Internet heute ganz andere Möglichkeiten. Durch die soziale Vernetzung ergeben sich andere, neue Kommunikationswege, die man nutzen kann. Der Weg über Soziale Netzwerke bietet einen Türöffner, den Unternehmen brauchen, um ihre Produkte und Leistungen zum Kunden zu bringen und ihm den Mehrwert deutlich machen zu können.

6. Firmen werden persönlich

Wo kauft ein Mensch eher ein, in einem ihm wohlbekannten Geschäft, mit dem er bestimmte Gesichter (den Verkäufer, den Geschäftsführer, den Servicemeister) und positive Emotionen verbindet oder in einem anonymen, abstrakten Gebilde? Die Antwort liegt auf der Hand. Der Schlüssel ist das berühmte Vitamin B – man kennt sich, man verbindet als Kunde bestimmte angenehme Merkmale mit dem Unternehmen und kommt wieder. Und eben hier liegt einer der großen Vorteile der sozialen Netzwerkdienste: Aus Ihrem dem Kunden unbekannten Unternehmen mit irgendwelchen Produkten wird plötzlich ein Name mit Gesicht, mit dem man aktiv via Internet kommunizieren kann. Richtig angewandt können Unternehmen sich hier positiv positionieren, in dem sie rund um ihre Produkte z.B. Hintergrundinformationen anbieten und für den Kunden “greifbar” werden. Unternehmen können so schon vor dem ersten Verkauf beim Kunden einen Mehrwert schaffen und sich damit ins Gedächtnis des Kunden einschreiben.

7. Unmittelbare und potenzierbare Kommunikation

Das Mitmach-Internet (s.o.) ist da und wird massiv genutzt. Da wird gebloggt (“Internet-Tagebuch”), sich ausgetauscht, alles und jedes/jeder kommentiert. Wer es als Unternehmen schafft, sich hier ein solides Netzwerk zu bauen und zu bedienen, kann mit einer ordentlichen Aktion auch mittelbar viel Wirkung erzielen. Denn man erreicht plötzlich nicht nur die unmittelbar mit einem selbst verbundene Kommunikationsebene, sondern über Techniken wie z.B. des ReTweets (Twitter) oder Fan-Seiten (Facebook) auch potentielle Kontakte aus der zweiten und dritten Reihe. So kann sich eine simple Meldung schnell potenzieren, und das in kürzester Zeit. Hier aktive Unternehmen haben darüber hinaus die Chance, mitzubekommen, wenn Kunden sich unzufrieden äußern. Mit einem professionellen Umgang mit der Kritik lässt sich weiteres Vertrauen der Kontakte in das Produkt, in die Leistung und vor allem in das Unternehmen schaffen – Marketing und Imagepflege, wie sie sich klassisch kaum realisieren lässt.

8. Zielgruppengerechte Ausrichtung von Kommunikation

Klassische Werbung lebt von Masse und Wiederholung in der Hoffnung, die richtigen Menschen für die eigenen Produkte zu interessieren. Mit den modernen Möglichkeiten im Internet-Marketing können Unternehmen ihre Bemühungen viel stringenter auf ihre jeweiligen Zielgruppen ausrichten. Das heißt nicht, dass Unternehmen auf die konventionellen Möglichkeiten verzichten sollten – aber über das Verhältnis konventioneller zu Online-geführter Werbung/Marketing sollten Unternehmen aber schon nachdenken.

9. Deutliche Verbesserung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses

Werbung und Marketing kosten viel Geld und, richtig betrieben, auch viel Zeit. Das gilt seit jeher. Es ist ja nicht damit getan, Flyer zu drucken und Anzeigen im Käseblättchen zu schalten. Marketing und Werbung bedeuten immer auch Erfolgskontrolle. Welche Maßnahmen haben funktioniert, welche nicht und warum? In der analogen Welt ist dieses mit viel Aufwand verbunden, denn Sie müssen in der Regel Ihre Neu-Kunden fragen, über welchen Weg sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam geworden sind. Deutlich effektiver geht das im Internet: Da Unternehmen und Kunden in den Netzwerken den Kommunikationskanal teilen, ist es für die Anbieter viel einfacher, die Effektivität ihrer Online-Aktivitäten zu messen. Beispiel Homepage: Es ist heute kein Problem, die Attraktivität der eigenen Internetseite zu analysieren. Zugriffszahlen, Verweildauer auf einzelnen Seiten, welchen Weg hat der Besucher durch die Seiten genommen, wo hat er die Internet-Präsenz wieder verlassen – all das lässt sich ohne viel Aufwand mitschneiden, auswerten und zielgerichtet optimieren. Unternehmen können erkennen, was die Kunden interessiert und ihr Angebot entsprechend modifizieren. Und das alles zu Kosten, die deutlich niedriger sind als im konventionellen Marketing.

10. Digital ist die Komplementierung des Analogen

Kein Unternehmen kann auf Online-Marketing im Internet verzichten. Eine Homepage allein reicht dabei aber schon lange nicht mehr. Aktive Kommunikation im Netzwerk ist gefragt – die Firmenhomepage ist hierbei ein Element von mehreren. Auch die klassische Werbung hat derzeit nach wie vor ihre Daseinsberechtigung, denn ebenso,  wie es sich Unternehmen eigentlich heute nicht mehr leisten können, nicht im Internet zu sein, können sie es sich nicht leisten, die analogen Wege zu vernachlässigen. Entscheidend ist hier die strategische Ausrichtung des Marketings – was soll erreicht werden? Neukunden-Akquise? Mehr Service? Neue Vertriebswege erfinden? Diese Fragen müssen gestellt und beantwortet werden – dann können sich Unternehmen daran machen, die einzelnen analogen und digitalen Puzzlesteine der Werbung und des Marketings zielgerichtet zu einem Bild zusammenzubauen. Das müssen nicht immer die wahnwitzigsten Aktionen sein – ich habe hier ja schon über die Postkarten-Aktion des Barockschlosses berichtet.

Die zentrale Frage in der heute vom Internet so stark geprägten Welt ist also nicht mehr, ob man als Unternehmer/Unternehmen in dieses Medium eintauchen muss – sondern ob man es sich leisten kann, es nicht zu tun.

 
 

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Euphemismus “Kundenberater”

Was erwarten Sie, wenn Ihnen ein Kundenberater gegenübersitzt? Richtig: Er berät Sie zu einem Thema so, dass für Sie am Ende eine optimale Lösung steht. Leider ist das Wort Kundenberater in vielen Unternehmen und Branchen ein Euphemismus.

Dank der medial mehr als ausgeschlachten “Servicewüste Deutschland” vermuten wir in der Regel schon, dass unsere Erwartungshaltung nicht oder nur teilweise erfüllt werden wird. Die traurige Wahrheit: In vielen Fällen stimmt das. Da wird geschummelt und gelogen, dass sich die Balken biegen. Unzureichende Informationen, versteckte Fallstricke, plötzliche Mehrkosten etc. pp. – wer kennt nicht solche Fälle.

Sind die Kundenberater also alles schlechte Menschen (man verzeihe mir die Pauschalisierung)? Nein. Das Problem liegt im System. In der Art und Weise, wie “moderne” Unternehmen betriebswirtschaftlich geführt werden.

Wie das Spiel funktioniert

Ein Banker eines großen, deutschen Bank- und Versicherungskonzerns hat mir heute ganz offen (Respekt und Danke für die Offenheit) dieses Spielregeln erneut bestätigt. Des Übels Wurzel liegt in der BSC, der Balanced Scorecard.

Für diejenigen, die diese Methode nicht kennen, eine stark vereinfachende Erklärung: In einer BSC werden die strategischen Ziele für verschiedene Perspektiven (Kunden, Ergebnis, Geschäftsprozesse usw.) eines Unternehmens für einen definierten Zeitraum, in der Regel das Wirtschaftsjahr, festgelegt. Daraus werden dann Hierarchie-Ebene für Hierarchie-Ebene konkretisierte Zielsetzungen abgeleitet, oftmals nach dem SMART-Prinzip. In der Regel richtet sich dann der variable Gehaltsanteil (auch Bonus genannt) der Mitarbeiter und der Führungskräfte danach, in wie weit diese Einzelziele erreicht worden sind.

Zurück zu meinem Banker: Er machte kein Geheimnis daraus, dass er als Kundenberater klare Umsatzziele für die einzelnen Produkte des Angebot-Portfolios seines Unternehmens hat. Sein Gehalt bzw. der nicht unerhebliche variable Anteil ist abhängig davon, wie gut oder schlecht er einzelne Produkte an den Mann und die Frau gebracht hat.

Konsequenz

Klartext: Dieser Mensch hat Ziele für die Anzahl und den Umfang von zu verkaufenden Dispositionskrediten, normalen Krediten, Lebensversicherungen, Bausparverträgen usw.

Das bedeutet, er wird die Produkte empfehlen, bei denen er seinen Zielvorgaben hinterher hinkt. Der beste Zeitpunkt für ein Beratungsgespräch mit diesem Menschen wäre also am Anfang des für ihn relevanten Messzeitraums, weil er dann noch relativ frei und tatsächlich im Sinne des Kunden agieren kann – aber wer kennt diesen Zeitraum schon? Und wenn dieser Mensch, wie in der Versicherungsbranche beispielsweise üblich, mehr von den Provisionen lebt als von einem festen Gehalt, dann können Sie eine objektive Beratung endgültig abschreiben.

Kundenorientierung? Ja, klar – die wollen nur unser Bestes – unser Geld. Mit Beratung hat das nichts mehr zu tun. Um mal eines klarzustellen: Die Banken- und Versicherungsbranche ist nicht die Einzige, die so verfährt.

Andere Branchen auch

In den meisten Autohäusern bekommen die Verkaufsberater ein kleines monatliches Fixum, den Rest müssen sie über Verkaufsprovisionen verdienen. Für die Vertragshändler eine lukrative Sache, so ein Unternehmer im Unternehmen. Das Risiko wird im Grunde genommen an die Verkäufer delegiert, die Marge zum größten Teil selbst kassiert. Wie viel Interesse hat so ein Verkaufsberater nun, Sie als Kunden offen und ehrlich zu bedienen? Gar keinen. Er wird versuchen, auf Teufel komm raus Ihnen den Wagen Ihres Interesses anzudrehen – und wenn es die letzte Mistkrücke ist.

In der Pharmazeutik funktioniert das Spiel noch perfider – nachzulesen in diversen Reportagen der großen Nachrichten-Magazine.

Bitte an die Chefs

Liebe Unternehmer, natürlich ist der Wettbewerb in Eurer Branche hart und gnadenlos – aber bitte, BITTE,veräppelt uns nicht länger. Wenn Ihr keine echte Beratung anbietet, dann nennt Eure Verkäufer doch einfach wieder Verkäufer. Und betreibt weiter Euren Selbstruin.

Besser wäre es natürlich, Ihr würdet mit ehrlicher Kundenberatung einen echten Mehrwert für den Kunden generieren. Dann würden die Kunden auch gern wiederkommen. Und Euch weiterempfehlen. Und Eurer Image verbessern. Und über die Social Media-Kanäle vielleicht sogar kostenlos Werbung für Euch machen.

Und wenn Ihr die BSC benutzt, die ja durchaus sinnvoll eingesetzt werden kann, dann verhindert bitte diesen Schmarrn!

 
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Geschrieben von - 3. Juni 2010 in BSC, Leben, Motivation, Organisation, Personalführung

 

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Und warum sind Sie heute Morgen aufgestanden?

Das Fragewort „Warum?“ ist eines der mächtigsten aller Frageworte. Eltern kleiner Kinder wissen das. Aber auch für uns Erwachsene hat dieses Wort ein immenses Potential. Durch das gezielte Nachdenken über das Warum können wir die Umstände unseres Handelns und unsere wahren Ziele klären.

Wer morgens nicht weiß, warum er aufgestanden ist, hat keinen Sinn im Leben mehr

Laut diverser Umfragen ist es um die Motivation der deutschen Angestellten nicht gut bestellt. Ca. 80% der Mitarbeiter machen demzufolge Dienst nach Vorschrift, haben innerlich gekündigt und/oder tragen sich mit Job-Wechselgedanken. Diese Quote ist seit Jahren relativ stabil und hat sicher viele Gründe. Aber sie zeigt meines Erachtens auch, dass viele Menschen ein Problem damit haben, sich darüber klar zu werden, wieso sie sich in einer Demotivationslage befinden.

Das ist äußerst bedenklich – ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung soll ein interessenloses, maschinengleiches Wesen sein, das gleichsam wie ein Automat funktioniert?

Die Macht des „Warum?“

Kleinkinder sind Forscher. Sie geben sich nicht mit dem Augenscheinlichen zufrieden, sondern wollen Wirkzusammenhänge begreifen. Und so entstehen dann die berüchtigten Dialoge zwischen Mama/Papa und dem Kind:

„Warum geht Mama/Papa arbeiten?“ – Damit sie/er Geld verdient.

„Warum muss Mama/Papa Geld verdienen?“ – Damit wir die Miete bezahlen können.

„Warum müssen wir Miete bezahlen?“ – Damit wir hier wohnen dürfen.

Und so weiter und so weiter. Kinder sind erstaunlich kreativ, was das Interpretieren der Antworten auf ihre Fragen angeht. Doch ist die Fragerei der Kinder keineswegs boshaftes Quälen der Eltern, sondern die Neugier darauf, komplexere Sachverhalte zu entschlüsseln und zu verstehen.

Bei diesen Dialogen besteht das Problem für den Erwachsenen im offenen Charakter der Warum-Frage. Und eben dieser Charakter ist es, der der Warum-Frage auch für uns Erwachsene ein so großes Potential zur Steigerung unserer Lebensqualität verleiht – denn wenn es die zentralen Wünsche und Ziele geht, fischen viele Menschen genauso im Trüben wie die Kinder beim Verstehen-Wollen abstrakter Themen.

Wann man als Erwachsener „Warum“ fragen sollte

Jeder von uns hat seine guten und schlechten Tage. An einem schlechten Tag hilft es, mit dem inneren Ich den Warum-Dialog anzufangen. Beispiel:

„Warum bin ich heute Morgen bloß so früh aufgestanden?“ – Weil ich mich fertig machen muss.

„Warum muss ich mich fertig machen?“ – Damit ich zur Arbeit kann.

„Warum muss ich zur Arbeit?“ – Damit ich Geld verdiene.

„Warum muss ich Geld verdienen?“ – Damit ich das Essen, die Miete und alles andere bezahlen kann.

„Warum muss ich das alles bezahlen?“ – Damit es mir gut geht.

„Warum soll es mir gut gehen?“ – …

Ein zugegeben plattes Beispiel. Aber Sie haben die Idee verstanden, oder? Natürlich wäre es der Idealzustand, morgens aufzustehen und nur die Dinge zu tun, die man wirklich tun will. Aber bis man das wirklich tun kann, ist es manchmal ein weiter, beschwerlicher Weg. Auf diesem Weg braucht es kleine Kniffe, um der Antriebsschwäche entgegen zu wirken.

Den Dingen des Alltags Positives abgewinnen

Die Frage nach dem „Warum“ hilft uns, uns selbst daran zu erinnern, welche Vorteile wir letzten Endes aus unserem Tun ziehen können. Und so bekommt auch die ungeliebteste Tätigkeit ihre positiven Aspekte. Das Fokussieren auf diese Punkte verändert unsere Wahrnehmung und unsere Einstellung zu den Dingen. Wir rufen uns bildhaft ins Gedächtnis, was wir von unserem Tun haben. Und so macht man Dinge vielleicht nicht mit unbändiger Begeisterung, aber sie verlieren ihre intensive Negativität.

Das „Warum“ ist kein Allheilmittel?

Ich höre des Öfteren: „Alles gut und schön, aber letztlich ist das doch alles Selbstbetrug, und ein langweiliger Job bleibt ein langweiliger Job.“ Ja? Ist das so?

Warum?

Das „Warum“ als Wegweiser zu unseren wahren Zielen

Natürlich ist dieser Kniff nicht dazu geeignet, aus einer langweiligen Tätigkeit den hochspannenden, herausfordernden Job zu machen. Aber konsequent angewandt führen uns diese Fragespiele zum Kern dessen, was wir sind und was wir eigentlich wollen.

Grau aber ist aber jede Theorie. Und es ist ein Unterschied, ob ich weiß was ich will, oder ob ich dazu bereit bin, dem Wollen auch ein Tun folgen zu lassen. Dieses obliegt jedem Menschen selbst. Das ist nicht immer einfach, manchmal sogar recht beschwerlich. Aber auch hier leistet das „Warum“ einen sinnvollen Beitrag: Es hält einem einen Spiegel vor.

Probieren Sie es doch mal aus: Denken Sie an etwas, was Sie stört oder was Sie nicht gerne tun. Fragen Sie sich einfach: „Warum stört mich das?“ „Warum tue ich das?“ – Folgen Sie Ihren Antworten und lassen Sie sich überraschen, wohin Sie der Dialog führt. Am Besten ist es, wenn Sie sich Ihre Fragen und Antworten notieren und nach ein paar Tagen noch einmal vornehmen. Hat sich in Ihrer Wahrnehmung und in Ihren Gefühlen schon etwas geändert?

Und? Wissen Sie jetzt wieder, warum Sie morgens aufstehen?

 
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Geschrieben von - 17. Mai 2010 in Balancing, Motivation, Tipps und Kniffe, Leben

 

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Der Weg zu Commitment – 8. Verpflichtung und klare Ziele

In den vergangenen Artikeln über die Bedingungen, unter denen Commitment entsteht, war viel davon die Rede, was wir gemeinhin Authentizität nennen. Wir haben festgestellt, dass es wichtig ist, die Mitarbeiter „mitzunehmen“, sie ernst zu nehmen und mit Respekt zu behandeln. Nun führt aber dieses allein weder zu Commitment noch zu mehr Leistung. Der letzte Baustein ist der, der dem ganzen einen Rahmen und eine Richtung gibt.

Angenommen, wir haben die Bausteine 1 bis 7 mustergültig umgesetzt – dann haben wir eine Arbeitsumgebung, in der sich die Mitarbeiter wohl fühlen, wo mit gegenseitigem Respekt und auf „Augenhöhe“ miteinander umgegangen wird, wo Konflikte ernsthaft mit dem Interesse an wirklicher Lösung ausgetragen werden. Die Mitarbeiter wissen, was das Unternehmen will und haben das Unternehmensleitbild verinnerlicht. Aber Commitment ist nicht nur ein „Kuschelfaktor“. Das Commitment der Mitarbeiter ist vor allem Voraussetzung für eine effiziente Leistungserbringung. Und so ist der letzte Faktor für das Schaffen und Fördern von Commitment ein wichtiger.

Klare Ziele

Wenn ich als Mitarbeiter weiß, in welcher Philosophie mein Unternehmen arbeitet, ist das gut. Nur: Was bedeutet das für mein Tagesgeschäft? Hier kommen die Ziele erneut ins Spiel. Ein Beispiel: Wenn in den Unternehmensleitbildern von Kundenorientierung die Rede ist (und jede Wette, in Ihrem Leitbild wird es auch drin stehen), dann muss das für das eigentliche Tagesgeschehen konkretisiert werden. In einer BSC habe ich mal folgendes gelesen: Wir wollen die Kundenzufriedenheit steigern.

Ja, ein ehrwürdiges Ansinnen. Aber wie? Woran wird es gemessen? Welche Instrumente zur Steigerung sollen verwendet werden? Wen betrifft es überhaupt?

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Ziele müssen mindestens SMART (specific, measurable, achievable, realistic, terminated) sein. Es ist für Commitment äußerst kontraproduktiv, Ziele nicht ausreichend zu präzisieren. Denn wenn der Mitarbeiter nicht weiß, auf welchen Wegen ein Ziel erreicht werden und wie der Erreichungsgrad gemessen werden soll, kann er schwerlich seine Energien auf das Ziel fokussieren. Eine typische Mitarbeiter-Aussage wäre dann: „Wie soll das denn gehen?“

Was immer also als Ziel definiert wird, sollte wirklich sauber durchdacht und am SMART-Konzept ausgerichtet sein. Nur dann kann der Mitarbeiter die Erwartungshaltung an ihn nachvollziehen und konkret zielgerichtet handeln.

Verpflichtung

Nur mit klaren Zielen kann ich als Führungskraft den Mitarbeiter auf selbige verpflichten – und die Leistungserbringung an der Erreichung der Ziele transparent und fair messen. Alles andere werden die Mitarbeiter als Willkür empfinden – ein GAU für die Produktivität Ihres Unternehmens.

 
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Geschrieben von - 25. November 2009 in Commitment, Personalführung

 

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Mit Niederlagen umgehen

Wann hast Du Deine letzte Niederlage einstecken müssen? Und wie bist Du damit umgegangen? Hast Du Dich aufgegeben oder nur tief Luft geholt und weitergemacht? Wir alle wissen, Niederlagen gehören zum Leben dazu. Und dennoch wird unsere Motivation durch Niederlagen immer wieder auf die Probe gestellt.

Ich gestehe: Ich beschäftige mich heute schon den ganzen Tag mit diesem Thema – weil ich letzte Woche eine herbe Niederlage einstecken musste. Eine Niederlage, die zweieinhalb Jahre Arbeit und inhaltliche Auseinandersetzung, diverse ausgetragene Konflikte, aber auch Hoffnungen beerdigt hat. Im ersten Moment des Eingeständnisses der Niederlage und ihrer Konsequenzen blieb nur noch Leere, Niedergeschlagenheit und auch ein bisschen Wut. Wieder einmal nur für den Papierkorb gearbeitet – wieder einmal nicht das gewünschte Ziel erreicht.

„Erfolg ist die Fähigkeit, von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne seine Begeisterung zu verlieren.“ Dieser Satz wird Winston Churchill nachgesagt. Und es steckt Weisheit in ihm.

Von einem Misserfolg, einer Niederlage allein geht die Welt nicht unter. Erst wenn wir die Segel streichen, wenn wir aufgeben und unsere Ziele nicht mehr weiter verfolgen – erst dann sind wir gescheitert. Mich hat Churchills Satz inspiriert – denn genau darum geht es letztlich: Die eigenen Ziele nicht aus den Augen verlieren. Eine Niederlage als Chance begreifen, noch mal anzufangen. Seine Lehren aus der Niederlage zu ziehen und weiter an der Erreichung der Ziele zu arbeiten.

Ich habe mal irgendwo in den Weiten des Internet folgenden Satz gelesen: „Zwischen den Aussagen ‚ich bin dreißig Mal gescheitert‘ und ‚ich bin ein Verlierer‘ liegen Welten.“ Ich glaube, dass das stimmt. Der Verlierer ist wirklich gescheitert, während der erstere einfach weitermacht, seine Fehler analysiert und sein künftiges Handeln daran ausrichtet.

Es ist völlig in Ordnung, bei einer Niederlage mal etwas in Selbstmitleid zu versinken – solange man es damit nicht übertreibt. Schauen wir uns mal all die berühmten, erfolgreichen Menschen an: Hat Boris Becker jedes Spiel gewonnen? Und was ist mit seinem Leben außerhalb des Centre Court? Hat Bill Gates nie schlaflose Nächte gehabt? Ging es für Microsoft immer glatt? Ging es in Kevin Kostners Karriere immer nur nach oben?

All diesen Stars und berühmten Menschen war der Erfolg nicht in die Wiege gelegt – aber das ist nicht, was wir heute sehen. Wir sehen erfolgreiche, berühmte Menschen. Warum? Weil sie nie ihren Weg verlassen haben. Sie haben Niederlagen einstecken müssen, manchmal sogar recht herbe – aber sie haben ihre Ziele, ihre Träume immer weiter verfolgt.

Ich werde also nicht länger zürnen – ich gönne mir jetzt noch ein, zwei Tage „Trauer“. Dann werden die Wege zu meinen Zielen neu abgesteckt. Auf geht´s!

 
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Geschrieben von - 26. Oktober 2009 in Motivation

 

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Mein GTD mit Outlook – Teil 8: TheBigPic.org

Planen ersetzt den Irrtum durch den Zufall.

So oder ähnlich lautet ein beliebter Spruch zum Thema Zeit- bzw. Projektplanung. Und tatsächlich scheitern erschreckend viele Planungen. Ein Grund, warum es so etwas wie Agiles Projektmanagement gibt. Was aber tun, um im individuellen GTD nicht nur effektiv, sondern auch effizient zu sein?

Sowohl David Allen mit seiner Vogelperspektivtechnik als auch Stephen Covey betonen zu recht immer wieder, dass es für den persönlichen Erfolg ernorm wichtig ist, das große Ganze, also die eigenen (Lebens-)Ziele nicht aus dem Blick zu verlieren.

Hier stößt Outlook einfach an seine Grenzen, denn als PIM (Personal Information Manager) ist es für diese ganzheitlichen, zum Teil idealistisch orientierten Betrachtungen einfach nicht geeignet.

Durch Zufall bin ich bei meinen diversen Web-Recherchen zu GTD-Tools auf TheBigPic.org gestoßen, eine Website, die Projekte/Aufgaben in einen graphischen Kontext darstellt und darüber hinaus eine Online-Terminverwaltung mitbringt. Diese Features – naja, nett, aber vom Hocker haben sie mich nicht gehauen. ABER:

Auf der persönlichen Einstiegsseite werden die Projekte als kreisrunde Farbflächen dargestellt, die sich per Maus in der Größe verändern lassen. Und hier kommt das Tool in meiner GTD-Implementierung zum Einsatz:

ThebigpicBeim wöchentlichen Review und der darauf folgenden Wochenplanung schnappe ich mir TheBigPic, male meine diversen Kontexte, Rollen und Projekte und visualisiere durch verschiedene Größen und Farben zunächst meinen Status-Quo. So wird schnell deutlich, wo ich im Sinne meiner Life-Balance derzeit zu viel oder zu wenig Zeit investiere und wo ich einigermaßen in der Spur bin.

Anhand dieser Visualisierung kann ich bewusst Veränderungen initiieren und deren Erfolg oder Misserfolg intuitiv nachverfolgen. Und nachsteuern.

Zugegeben: Dafür war das Tool eigentlich nicht gedacht. Aber so what! Und das Beste: TheBigPic.org ist kostenlos!

 
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Geschrieben von - 14. Oktober 2009 in 7Habits, GTD, Outlook, Tools

 

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Führen mit Zielvereinbarungen

Nachdem ich heute mal wieder mit dem Thema Zielvereinbarungen im Kontext BSC und Leistungsorientierter Bezahlung zu tun hatte: Dass Ziele SMART sein sollen, also S(pecific) – M(easureable/Messbar) – A(chievable/Erreichbar) – R(ealistic/Relevant) – T(erminated/Terminiert) – na klar.

Aber die Übungen heute haben wieder mal gezeigt: Was auf den ersten Blick einfach aussieht, trägt die Tücken im Detail. Ereignisziele vs. Maßnahmenziele, wann ist ein Ziel wirklich messbar und nachvollziehbar bewertbar? Die Diskussionen dazu waren wunderbar. Eine Zusammenfassung zum Thema findet sich z.B. hier: http://www.online-artikel.de/article/ziele-muessen-smart-sein-5215-1.html.

Allerdings empfehle ich, bei Zielvereinbarungsprozessen genau zu überlegen, ob der reine Top-Down-Ansatz der richtige ist oder nicht besser um eine Bottom-Up-Phase ergänzt werden sollte, um das Comittment der Beschäftigten zu erhöhen.

 
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Geschrieben von - 24. September 2009 in BSC

 

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