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Schlagwort-Archive: Strategie

Was soll 2011 Dein zentrales Thema sein?

Wieviele Taschenkalender mit Werbeaufdruck hast Du diesen Herbst schon bekommen? Und wie viele davon wirst Du im kommenden Jahr tatsächlich verwenden? Keinen? Ist eigentlich keine Überraschung: In Zeiten von “Get Things Done” sind diese kleinen Dinger einfach viel zu unflexibel. Aber es geht auch anders.

Klaus Reichert hat einen etwas anderen Jahresplaner entworfen. Der Kalender an sich ist noch nicht so wahnsinnig innovativ, aber das dazugehörige Strategieblatt ist meines Erachtens hervorragend gelungen. Einfach im Aufbau, klar in der Aussage und ausgefüllt an zentraler Stelle aufgehängt ein wunderbares Werkzeug, um sich im tagtäglichen Kleinklein immer wieder auf die eigenen zentralen Themen zu fokussieren. Statt Taschenkalender also besser großer Überblick.

Der Planerkalender kann hier heruntergeladen werden.

 
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Geschrieben von - 24. November 2010 in 7Habits, GTD, Tools, Balancing, Zeitmanagement, Leben, Prioritäten, CoolStuff

 

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Zehn Gründe, warum Unternehmen sich im Internet aktiv präsentieren müssen

Vor acht Jahren habe ich bei einem Internet-Workshop die Frage gestellt, ob Unternehmen im Internet aktiv sein müssten? Damals war die einhellige Ansicht des Auditoriums: Man sollte sich damit beschäftigen und Chancen evaluieren, ja, aber einen Zwang, nun unbedingt auch eine Internetseite zu haben, gab es nicht. Heute lautet meine Antwort: Ja, sie müssen. Das Internet ist zu einem normalen kommunikativen Bestandteil des Lebens geworden – und gehört somit in jedes vernünftige Marketing-Konzept integriert. Zehn Gründe im Detail:

1. Die Kunden sind bereits da

90% der Deutschen sind laut ITU (International Telecommunication Union) im Internet – also eigentlich alle. Und tatsächlich finden immer mehr Aspekte des täglichen Lebens auch oder z.T ausschließlich in der digitalen Welt statt (Google statt Gelbe Seiten, Online-Portale statt Versicherungsbüro, Produkt- und Servicebewertungsportale usw.). Keineswegs beschränkt sich dieser Wandel nur auf den B2C-Bereich, auch das B2B wickelt sich zunehmend über die persönlichen Kontakte im Internet ab – es war ja auch nie leichter als heute.

2. Alle Altersgruppen sind online

Waren es vor zehn Jahren noch eher die Youngster und Technik-Freaks, die sich im Netz tummelten, nutzen es heute mit Ausnahme der Säuglinge und Kleinkinder alle.  Laut TNS ist dabei die Hälfte der deutschen User in den Sozialen Netzwerken wie Xing, Facebook und Co. aktiv unterwegs. Somit eröffnen sich hier neue Formen des Marketings und der Werbung. Der neue VW Polo GTI beispielsweise soll komplett im Internet über die Plattform Facebook (mit ca. 9 Mio. Mitgliedern eine der größten Plattformen in Deutschland für soziales Netzwerken) eingeführt werden.

3. Das Internet ist Echtzeit-Kommunikation

Das heutige Internet ist nicht länger ein Sammelsurium von statischen Seiten und Online-Shops. Das Internet (heute auch als Web 2.0 bezeichnet) ist ein  Mitmach-Internet; von Micro-Nachrichtendiensten wie Twitter über soziale Netzwerke über Online-Zusammenarbeit bis hin zum Austausch über Produkt- und Servicequalitäten (z.B. Holidaycheck) – das Internet in seiner Nuancenbreitheit ist zu einem großen Resonanzkörper für die Gesellschaft worden. Das Internet ist für die Menschen heute Bestandteil des täglichen Lebens. Marketing und Kundenkommunikation darf diesen  Bereich nicht vernachlässigen, sondern muss sich ihm aktiv widmen, ihn aktiv integrieren. Denn: Über Unternehmen wird im Internet gesprochen – so oder so, denn noch nie war das so einfach. Für das Marken- und Firmen-Image  bedeutet dies: Aktive Teilnahme am Geschehen ist Pflicht.

4. Vergleichen im Markt ist so simpel wie nie

Und zwar sowohl für die Kunden als auch für Unternehmer. Dies erfordert vor allem auf Seiten der Unternehmer den Abschied von althergebrachten Marktgebaren und Werbemethoden. Der Kunde ist nur einen Klick von der Konkurrenz entfernt. Wenn ein Unternehmen gar nicht im Internet ist, ist es eigentlich schon so gut wie vom Markt. Denn: Die Internetbenutzer bedienen sich bei der Informations- und Preisrecherche zunehmend zuerst der Online-Möglichkeiten (ich “google” das mal). Preisrecherchen, Produktbewertungen etc. via Internet sind heute der Standard. Gleichzeitig war es für Unternehmer noch nie leichter, sich über ihre Konkurrenz im Markt zu informieren und aus den Erkenntnissen eigene Wettbewerbsvorteile zu erzeugen. Was macht eigentlich Wettbewerber xy? Wie sieht sein Marketing aus? Wo ist er schlecht, wo gut? Wie gehen andere Branchen in den Online-Medien vor? Usw. usw.

5. Neue Wege werden möglich

Ein inzwischen wirkliches Problem für die Kalt-Akquise beispielsweise sind die rechtlichen Beschränkungen. Ohne Zustimmung des potentiellen Kunden dürfen Sie ihm eigentlich keine Mail schicken und nicht anrufen. Andere Formen der Akquise (Flyer, Infobrief etc.) sind kapitalintensiv - und bezüglich des Return-On-Investment mindestens fragwürdig. Letztlich basieren diese klassischen Marketingformen auf dem Prinzip des “mit-dem-Gewehr auf den Mückenschwarm schießen (und hoffen, dass man zwei, drei Mücken trifft). Hier bietet  das Internet heute ganz andere Möglichkeiten. Durch die soziale Vernetzung ergeben sich andere, neue Kommunikationswege, die man nutzen kann. Der Weg über Soziale Netzwerke bietet einen Türöffner, den Unternehmen brauchen, um ihre Produkte und Leistungen zum Kunden zu bringen und ihm den Mehrwert deutlich machen zu können.

6. Firmen werden persönlich

Wo kauft ein Mensch eher ein, in einem ihm wohlbekannten Geschäft, mit dem er bestimmte Gesichter (den Verkäufer, den Geschäftsführer, den Servicemeister) und positive Emotionen verbindet oder in einem anonymen, abstrakten Gebilde? Die Antwort liegt auf der Hand. Der Schlüssel ist das berühmte Vitamin B – man kennt sich, man verbindet als Kunde bestimmte angenehme Merkmale mit dem Unternehmen und kommt wieder. Und eben hier liegt einer der großen Vorteile der sozialen Netzwerkdienste: Aus Ihrem dem Kunden unbekannten Unternehmen mit irgendwelchen Produkten wird plötzlich ein Name mit Gesicht, mit dem man aktiv via Internet kommunizieren kann. Richtig angewandt können Unternehmen sich hier positiv positionieren, in dem sie rund um ihre Produkte z.B. Hintergrundinformationen anbieten und für den Kunden “greifbar” werden. Unternehmen können so schon vor dem ersten Verkauf beim Kunden einen Mehrwert schaffen und sich damit ins Gedächtnis des Kunden einschreiben.

7. Unmittelbare und potenzierbare Kommunikation

Das Mitmach-Internet (s.o.) ist da und wird massiv genutzt. Da wird gebloggt (“Internet-Tagebuch”), sich ausgetauscht, alles und jedes/jeder kommentiert. Wer es als Unternehmen schafft, sich hier ein solides Netzwerk zu bauen und zu bedienen, kann mit einer ordentlichen Aktion auch mittelbar viel Wirkung erzielen. Denn man erreicht plötzlich nicht nur die unmittelbar mit einem selbst verbundene Kommunikationsebene, sondern über Techniken wie z.B. des ReTweets (Twitter) oder Fan-Seiten (Facebook) auch potentielle Kontakte aus der zweiten und dritten Reihe. So kann sich eine simple Meldung schnell potenzieren, und das in kürzester Zeit. Hier aktive Unternehmen haben darüber hinaus die Chance, mitzubekommen, wenn Kunden sich unzufrieden äußern. Mit einem professionellen Umgang mit der Kritik lässt sich weiteres Vertrauen der Kontakte in das Produkt, in die Leistung und vor allem in das Unternehmen schaffen – Marketing und Imagepflege, wie sie sich klassisch kaum realisieren lässt.

8. Zielgruppengerechte Ausrichtung von Kommunikation

Klassische Werbung lebt von Masse und Wiederholung in der Hoffnung, die richtigen Menschen für die eigenen Produkte zu interessieren. Mit den modernen Möglichkeiten im Internet-Marketing können Unternehmen ihre Bemühungen viel stringenter auf ihre jeweiligen Zielgruppen ausrichten. Das heißt nicht, dass Unternehmen auf die konventionellen Möglichkeiten verzichten sollten – aber über das Verhältnis konventioneller zu Online-geführter Werbung/Marketing sollten Unternehmen aber schon nachdenken.

9. Deutliche Verbesserung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses

Werbung und Marketing kosten viel Geld und, richtig betrieben, auch viel Zeit. Das gilt seit jeher. Es ist ja nicht damit getan, Flyer zu drucken und Anzeigen im Käseblättchen zu schalten. Marketing und Werbung bedeuten immer auch Erfolgskontrolle. Welche Maßnahmen haben funktioniert, welche nicht und warum? In der analogen Welt ist dieses mit viel Aufwand verbunden, denn Sie müssen in der Regel Ihre Neu-Kunden fragen, über welchen Weg sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam geworden sind. Deutlich effektiver geht das im Internet: Da Unternehmen und Kunden in den Netzwerken den Kommunikationskanal teilen, ist es für die Anbieter viel einfacher, die Effektivität ihrer Online-Aktivitäten zu messen. Beispiel Homepage: Es ist heute kein Problem, die Attraktivität der eigenen Internetseite zu analysieren. Zugriffszahlen, Verweildauer auf einzelnen Seiten, welchen Weg hat der Besucher durch die Seiten genommen, wo hat er die Internet-Präsenz wieder verlassen – all das lässt sich ohne viel Aufwand mitschneiden, auswerten und zielgerichtet optimieren. Unternehmen können erkennen, was die Kunden interessiert und ihr Angebot entsprechend modifizieren. Und das alles zu Kosten, die deutlich niedriger sind als im konventionellen Marketing.

10. Digital ist die Komplementierung des Analogen

Kein Unternehmen kann auf Online-Marketing im Internet verzichten. Eine Homepage allein reicht dabei aber schon lange nicht mehr. Aktive Kommunikation im Netzwerk ist gefragt – die Firmenhomepage ist hierbei ein Element von mehreren. Auch die klassische Werbung hat derzeit nach wie vor ihre Daseinsberechtigung, denn ebenso,  wie es sich Unternehmen eigentlich heute nicht mehr leisten können, nicht im Internet zu sein, können sie es sich nicht leisten, die analogen Wege zu vernachlässigen. Entscheidend ist hier die strategische Ausrichtung des Marketings – was soll erreicht werden? Neukunden-Akquise? Mehr Service? Neue Vertriebswege erfinden? Diese Fragen müssen gestellt und beantwortet werden – dann können sich Unternehmen daran machen, die einzelnen analogen und digitalen Puzzlesteine der Werbung und des Marketings zielgerichtet zu einem Bild zusammenzubauen. Das müssen nicht immer die wahnwitzigsten Aktionen sein – ich habe hier ja schon über die Postkarten-Aktion des Barockschlosses berichtet.

Die zentrale Frage in der heute vom Internet so stark geprägten Welt ist also nicht mehr, ob man als Unternehmer/Unternehmen in dieses Medium eintauchen muss – sondern ob man es sich leisten kann, es nicht zu tun.

 
 

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Die zehn beliebtesten Manager-Ausreden

Das Wort “Unternehmer” leitet sich von dem Verb “unternehmen” ab. Umso erstaunlicher, dass in dem Moment, wo diese Eigenschaft gebraucht würde, viele Unternehmer das Wehklagen bekommen. Vielleicht ist es deswegen auch so treffend, dass in Deutschland weniger von Unternehmern denn von Managern gesprochen wird.

Anja Förster und Peter Kreuz haben in ihrem Buch “Alles, außer gewöhnlich” die zehn beliebtesten Ausreden zusammengetragen, die Manager verwenden, um ja den Status Quo zu wahren (Zitat):

1. Daran ist die Globalisierung schuld, das können wir gar nicht beeinflussen
2. Die politischen Rahmenbedingungen müssen sich erst ändern, wir brauchen niedrigere Lohnnebenkosten und weniger Gesetze
3. Wir haben momentan eine Konsumflaute, die Leute wollen einfach kein Geld mehr ausgeben
4. Unsere Branche ist Zyklen unterworfen, gerade geht es nunmal bergab
5. Unsere Kunden haben unsere neue Strategie noch nicht verstanden
6. Sie werden in unsere Branche niemanden finden, der es grundsätzlich anders macht
7. Wir müssen uns in unserer Branche streng an die Vorschriften der EU halten
8. Wer heute noch Wachstum vorweisen kann, hat doch nur auf Kosten anderer von der Krise profitiert
9. Die Zeiten sind schlecht
10. Die Menschen sind schlecht

(Zitat Ende)

Die Punkte 9 und 10 dürfen dabei als allgemeine Zusammenfassung der vorigen gelten. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Wie es anders sein kann, möchte ich Ihnen an einem Beispiel des Unternehmers Frank Breckwoldt zeigen. Ihm gehört die Friseur-Kette Ryf mit über 120 Salons im D-A-CH-Bereich. Diese Firma kommt mit extrem wenig Personal in der Zentrale aus, denn Herr Breckwoldt lebt auch in der Personalführung echtes Unternehmertum. So sind die Salonleitungen weitestgehend als Unternehmer im Unternehmen angestellt und verpflichtet. Ich hatte das Vergnügen, Herrn Breckwoldt in einem seiner Seminare “Hochleistung und Menschlichkeit” zu erleben. In diesem Seminar berichtete er darüber, was er von seinen Salonleitungen verlangt – und machte dies an einem einfachen Beispiel deutlich:

Ein Salon, in einer Fußgängerzone gelegen, wurde plötzlich damit konfrontiert, dass ein örtliches Telekommunkationsunternehmen direkt im Eingangsbereich des Salons und der benachbarten Geschäfte großzügig das Pflaster aufriss, um dort Kabel zu verlegen. Die Geschäfte waren quasi kaum noch wahrzunehmen geschweige denn zu erreichen. Ein typischer Manager hätte sich jetzt im Stile der oben zitierten Ausreden zurückgezogen, lamentiert und ansonsten den Umsatzrückgang ausgesessen. Die Salonleitung aber nahm ihre unternehmerische Verantwortung wahr – und legte eine “Brücke” über die Baugrube, stellte mitten in der Fußgängerzone ein großes Hinweisschild inkl. Entschuldigung auf und konnte so den Umsatzrückgang weitestgehend vermeiden.

Es wurde also nicht passiv abgewartet, sondern etwas unternommen. Dieses kleine Beispiel sollten sich die Lamentierer im Sinne des obigen Zitates hinter die Ohren schreiben. Veränderungen passieren – permanent und überall. Kernaufgabe von Unternehmern und Managern ist es, die Veränderungen zu erkennen und für das Unternehmen daraus einen Wettbewerbsvorteil zu entwickeln. Denn eines scheint mir klar und deutlich: Die zitierten zehn Ausreden sind doch nichts Neues – all diese in der Tat vorhandenen externen Einflussgrößen auf Unternehmen gibt es schon seit Jahrzehnten. Erfolgreiche Unternehmen haben gelernt, aus der Not mit viel Kreativität und Motivation eine Tugend zu machen – Beispiele dafür gibt es genug.

 

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