Was können wir erwarten, wenn Misstrauen und Foulspiel unser Tagesgeschäft beherrschen, wenn Taktieren und Lavieren die oberste Priorität hat? Teams, Gruppen, gar ganze Unternehmen, die eine solche Kultur hegen, haben ein ganz großes Problem. Aber es geht auch anders.
In einer Misstrauens-Kultur konzentrieren sich alle Kräfte nach innen, auf die Macht- und Ränkelspielchen. Dort gehören Mobbing und psychologische Kriegsführung zum Alltag. All dies schlägt sich früher oder später auf die Produkt- und Servicequalität nieder, und zwar negativ. Personalfluktuation ist die Folge, Betriebsabläufe werden gelähmt – Commitment braucht man hier nicht suchen.
Was wir eigentlich wollen
Ich kenne kein Unternehmen, in dem Kundenorientierung, hohe Qualität und gute Erlöse nicht zu den erklärten Zielen gehören. Als Mitarbeiter wollen wir uns an dem Ort, an dem wir die meiste Lebenszeit verbringen, wohl fühlen. Wir wollen Ernst genommen und ordentlich behandelt werden. Als Unternehmen wollen wir gute Produkte und Leistungen und eine stabile Kundenbeziehung.
Wir müssen als Führungskräfte also dafür sorgen, dass unsere Mitarbeiter fair behandelt werden. Denn nur dann richten sich unser Engagement und unsere Energie als Unternehmen nach außen, auf unsere Kunden und auf unsere Produkte bzw. Dienstleistungen.
Es geht auch anders
Wie immer gilt: Wer als Führungskraft hier etwas ändern möchte, wer Commitment erzielen möchte, muss einen gänzlich anderen Weg einschlagen. Als Führungskraft bist Du gut beraten, wenn Du Deinen Mitarbeitern immer reinen Wein einschenkst, wenn Du ihnen sagst, wie es tatsächlich ist. Bleibe bei den Fakten und vor allem bei der Wahrheit. Jede Lüge holt Dich irgendwann wieder ein – und wenn dann die Fakten aufgetischt werden, ist die Chance auf Commitment und Kooperation in weite Ferne gerückt.
Sei ehrlich zu Deinen Mitarbeitern. Benenne was DU siehst, hörst und empfindest. Erkenne an, dass man in den Sachfragen durchaus auch andere Perspektiven haben kann. Zeige in Deiner Argumentation, dass Du Dich mit den Anliegen auseinander gesetzt hast. Gebe es zu, wenn Du etwas verschlampt oder eine Situation falsch eingeschätzt oder sonstwie einen Fehler gemacht hast. Niemand ist unfehlbar und niemand, am wenigsten Deine Mitarbeiter, erwarten von Dir Perfektion.
Setze Dich da, wo es berechtigt ist, für Deine Mitarbeiter ein und zeige Rückgrat in der Sache. Wecke dort, wo es nicht berechtigt ist, keine falschen Erwartungen und kommuniziere klar und verbindlich. Nur, wenn Du ehrlich und fair mit Deinen Mitarbeitern umgehst, kannst Du selbiges auch von Deinen Mitarbeitern einfordern. Und Du wirst es brauchen – in Konflikten innerhalb Deines Teams, aber auch bei allen anderen innerbetrieblichen Differenzen.
Nur mit einem ehrlichen und fairen Umgang können Krisen und Probleme konstruktiv angegangen und bewältigt werden. Reibungsverluste bleiben minimal.
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