“Ich muss zur Arbeit” – ich glaube, kein Satz wird in Deutschland häufiger gesagt als dieser. MUSS – ich werde also gezwungen, habe keine Entscheidungsfreiheit. Oder doch?
Laut Gallup International leisten 80% der deutschen Arbeitnehmer entweder Dienst nach Vorschrift oder haben gar ganz innerlich gekündigt. Wer zur Arbeit “MUSS”, bei dem wundert mich das auch nicht. Aber MÜSSEN wir denn wirklich? Ich höre immer wieder, eine Wahlfreiheit gebe es ja nicht, man müsse ja schließlich das Geld für den Lebensunterhalt verdienen. Okay, touché, 1:0. Aber ich gleiche aus: Wer hat denn gesagt, dass wir das griesgrämig tun müssen? Es gibt meines Erachtens an jedem Arbeitsplatz die Möglichkeit, zu gestalten. Die Kunst besteht darin, diesen Gestaltungsspielraum zu erkennen.
“Gestaltungsspielraum? Unsere Chefs blocken doch eh, wo es nur geht…” Klassisches Missverständis! Es geht nicht um basisdemokratisches Verändern der Welt. Das sollten wir akzeptieren, denn ändern können wir die hierarchischen Strukturen in unserem Unternehmen eh nicht. Es geht vielmehr um den von Stephen Covey treffend formulierten Unterschied zwischen Interessenbereich und Einflussbereich. Wir sollten unser Denken viel mehr auf den persönlichen Einflussbereich fokussieren. Den Vorstand erreichen wir mit unseren Ideen vielleicht nicht, aber unseren unmittelbaren Vorgesetzten. Wir können vielleicht nicht die Kollegen verändern, aber unsere eigene Art zu arbeiten. Und die Entscheidung, unser Arbeitsleben auf diese Weise zu gestalten, die können wir treffen, da haben wir eine Wahlmöglichkeit.
Ich will zur Arbeit – weil ich dort gestalten kann, weil das Thema meiner Arbeit mich interessiert, weil ich darin gut bin, weil ich mit anderen mal mehr mal weniger netten Menschen zusammenkomme… Welche Gründe fallen Euch ein, warum Ihr außer des schnöden Mammons zur Arbeit gehen wollt? Jede Wette, je mehr man sich auf den Einflussbereich konzentriert, um so mehr wächst dieser auch.
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