In den vergangenen Artikeln über die Bedingungen, unter denen Commitment entsteht, war viel davon die Rede, was wir gemeinhin Authentizität nennen. Wir haben festgestellt, dass es wichtig ist, die Mitarbeiter „mitzunehmen“, sie ernst zu nehmen und mit Respekt zu behandeln. Nun führt aber dieses allein weder zu Commitment noch zu mehr Leistung. Der letzte Baustein ist der, der dem ganzen einen Rahmen und eine Richtung gibt.
Angenommen, wir haben die Bausteine 1 bis 7 mustergültig umgesetzt – dann haben wir eine Arbeitsumgebung, in der sich die Mitarbeiter wohl fühlen, wo mit gegenseitigem Respekt und auf „Augenhöhe“ miteinander umgegangen wird, wo Konflikte ernsthaft mit dem Interesse an wirklicher Lösung ausgetragen werden. Die Mitarbeiter wissen, was das Unternehmen will und haben das Unternehmensleitbild verinnerlicht. Aber Commitment ist nicht nur ein „Kuschelfaktor“. Das Commitment der Mitarbeiter ist vor allem Voraussetzung für eine effiziente Leistungserbringung. Und so ist der letzte Faktor für das Schaffen und Fördern von Commitment ein wichtiger.
Klare Ziele
Wenn ich als Mitarbeiter weiß, in welcher Philosophie mein Unternehmen arbeitet, ist das gut. Nur: Was bedeutet das für mein Tagesgeschäft? Hier kommen die Ziele erneut ins Spiel. Ein Beispiel: Wenn in den Unternehmensleitbildern von Kundenorientierung die Rede ist (und jede Wette, in Ihrem Leitbild wird es auch drin stehen), dann muss das für das eigentliche Tagesgeschehen konkretisiert werden. In einer BSC habe ich mal folgendes gelesen: Wir wollen die Kundenzufriedenheit steigern.
Ja, ein ehrwürdiges Ansinnen. Aber wie? Woran wird es gemessen? Welche Instrumente zur Steigerung sollen verwendet werden? Wen betrifft es überhaupt?
Man kann es nicht oft genug wiederholen: Ziele müssen mindestens SMART (specific, measurable, achievable, realistic, terminated) sein. Es ist für Commitment äußerst kontraproduktiv, Ziele nicht ausreichend zu präzisieren. Denn wenn der Mitarbeiter nicht weiß, auf welchen Wegen ein Ziel erreicht werden und wie der Erreichungsgrad gemessen werden soll, kann er schwerlich seine Energien auf das Ziel fokussieren. Eine typische Mitarbeiter-Aussage wäre dann: „Wie soll das denn gehen?“
Was immer also als Ziel definiert wird, sollte wirklich sauber durchdacht und am SMART-Konzept ausgerichtet sein. Nur dann kann der Mitarbeiter die Erwartungshaltung an ihn nachvollziehen und konkret zielgerichtet handeln.
Verpflichtung
Nur mit klaren Zielen kann ich als Führungskraft den Mitarbeiter auf selbige verpflichten – und die Leistungserbringung an der Erreichung der Ziele transparent und fair messen. Alles andere werden die Mitarbeiter als Willkür empfinden – ein GAU für die Produktivität Ihres Unternehmens.

Commitment als Begriff der Arbeits- und Organisationspsychologie bezeichnet das Maß der Identifikation einer Person gegenüber einer Organisation, eines Unternehmens. Im wesentlichen wird zwischen drei Ausprägungen unterschieden:
